"Die
Engel veröffentlichen, / der Messias
kommt zur Welt..."
Vor Weihnachten wurden die ungarischen
Lehrstunden im Jahre 2006 auf allen unseren Schulen mit festlicher Stimmung
abgeschlossen, unsere Schüler haben sich auf den Tag der Geburt von
Jesus mit Gesang, Gedichtvortrag, Krippenspiel und natürlich mit Schenkung
vorbereitet. Die Schüler von Lábnik waren glücklich, denn sie konnten
schon im gro en Saal des bald fertigen "Haus der Kinder"
feiern. Wir hoffen, dass ab Frühling auch die ungarischen Lehrstunden
in dem neuen Gebäude stattfinden werden. Auch der alte katolische Priester
aus dem Dorfe hat die Feier mit seiner Anwesenheit beehrt, die Requisiten
zum Krippenspiel wurden von ihm verliehen. Die Kinder haben sich auch
in Pusztina im Gemeinschaftshaus versammelt. In Diószén gab es reges
Interesse für das Weihnachtsprogramm, der Gro teil des Publikums hatte
keinen Platz mehr im Saal, so haben sie den Vortrag der Kinder vom Hof
beachtet. In Külsőrekecsin, Buda und Kostelek wurde das Lied "Engel
aus dem Himmel..." in Mietzimmern und in kleinen Schulzimmern
gesungen. In Magyarfalu, Lészped, Somoska, Klézse und Tyúkszer wurde
das ungarische Weihnachtsfest im Gebäude der staatlichen Schule veranstaltet,
die Kinder von Trunk haben auch ihre rumänischen Lehrer mit ungarischem
Lied begrü t. In Csík wurde das Fest in dem im Besitz der katolischen
Kirche befindlichen Jugendhaus veranstaltet, auch der Pfarrer vom Orte
war auf dem Vortrag der Kinder beteiligt. In Gajdár wurde das Weihnachtsfest
in kleinen aufeinanderfolgenden Gruppen gefeiert, in Frumósza wird auch
was ähnliches geplant. Die Schüler, die weiterlernen, haben sich im
Csíkszeredaer Internat zum gemeinsamen Semesterabschluss und Weihnachtsfest
versammelt. In Bákó, Lujzikalagor und Nagypatak haben die Kinder, die
die ungarische Stunde besuchen, zum ersten Mal gefeiert. Es ist gelungen,
unseren mehrere Hunderte Schüler mit diesem Fest zu überraschen, wir
konnten wertvolle Geschenkspakete durch die Vermittlung unserer begeisterten
Unterstützer austeilen.
Alle Kinder haben Reinigungs-
und Sü igkeitspakete dank der schottländischen Hilfsorganisation
Blythswood bekommen, wir danken für die Vermittlung von den Székelyudvarhelyer
Tibor Bálint und Zsófia.
Die Ungarnlehrer haben der Diószéner
Kinder Spielzeuge und Kleidungsstücke durch die Vermittlung der
Marosvásárhelyer reformierten Schlo kirche verteilt.
Wir sind sehr dankbar für das
wertvolle Buchgeschenk der Kézdivásárhelyer Nagy Mózes Elméleti
Líceum.
Die Kinder von Külsőrekecsin und
Lábnik haben zu Weihnachten wertvolle Lehrmittel und Märchenbücher
in Vertretung vom Kovásznaer Ungarischen Ritterorden Sankt Gerhard
durch die Vermittlung Árpád Jánó bekommen.
Im Namen der Patenkinder danken
wir bestens für die 330 persönlichen Weihnachtspakete, die unsere
Schüler von ihren Patronen bekommen haben. Wegen der Vermittlung
der Pakete bedanken wir die Hilfe der Mitarbeiter des Buchladens
Szent Gellért (Sankt Gerhard), bzw. die Hilfe der Tiszapüspöker
Familie Horváth und die Hilfe von Tamás Tháler, von den Leitern
der AMMOA (Stiftung für die Schulung der Moldovaner Ungarn) und
KEMCSE bei der Organisierung und Durchführung der Transportierung.
Beim Transport der Sendung von den Paten haben noch mit seinem eigenen
Wagen István Gonda, Imre Dér und Róbert Petrás geholfen, wir danken
für ihre Anbietung.
Italienisch
die Muttersprache der Tschangos von Pusztina?
Priester und Schulleitung von Pusztina/Pustiana
kam eine gemeinsame Idee: Wenn es ohnehin schon viele Dorfbewohner als
Gastarbeiter nach Italien zieht, wäre es nicht besser, gleich Italienisch
als Muttersprache in der Schule einzuführen? Zwei Fliegen auf einen
Schlag. Einerseits wird der Ungarischunterricht wieder einmal zurückgedrängt,
andererseits kann derart die italienische Sprache in der staatlichen
Schule an drei bis vier Stunden pro Woche statt wie bisher an einer
Stunde vermittelt werden.
Unser Verband hat für den 17. Januar 2007 im Ungarnhaus von Pusztina
zu einem Elterntreffen eingeladen, um die Angelegenheit zu klären. Wie
sich herausstellte, wurden seitens der Schule tatsächlich Anträge den
Eltern zur Unterschrift zugestellt, ohne ihnen die Tragweite des Ausdrucks
"limba materna italiana" (Muttersprache Italienisch) zu erklären,
und die Unterzeichnung des Antrags einen Verzicht auf den Unterricht
der ungarischen Muttersprache der Kinder darstellt.
Wohl gemerkt, in fast allen Häusern Pusztinas wird zu Hause Ungarisch
gesprochen und nur jene Kinder können Italienisch, die mit ihren Gastarbeiter-Eltern
längere Zeit in Italien verbracht haben. Leider ist "Italienisch
als Muttersprache" bei solchen Eltern beliebt, die ihre Kinder
noch nie für Ungarisch angemeldet haben. Wurde einmal unterschrieben,
so besteht praktisch keine Möglichkeit mehr, dass diese Kinder je die
ungarische Sprache in der Schule lernen. Derzeit besuchen erst knapp
die Hälfte der Schulkinder die Ungarischstunden.
Leider ist es uns trotz mehreren Anläufen nicht gelungen, die Frau Direktorin
für ein Gespräch zu gewinnen - in den letzten Tagen blieb sie für uns
"unerreichbar".
Die knapp 40 Eltern, die zum Treffen kamen, haben verstanden, dass ihre
Kinder Italienisch auch als Freifach wählen können, ohne den ominösen
Antrag zu unterzeichnen und so auf den Ungarischunterricht zu verzichten.
Ende September 2006 wurde in Frumósza/Frumoasa
der Schüler-Fotoklub gegründet. 10 bis 15 konventionelle Fotoapparate
konnten beschafft werden, und so stand den Foto-Streifzügen nichts mehr
im Weg. Heute eignen sich die 16 Klubmitglieder mit Hilfe der Kameras
die Rafinessen der Fotografie an.
Jede Woche bekommen sie zu zweit einen Fotoapparat und fertigen Bilder
zu einem vorgegebenen Thema an. Die Streifzüge werden im Rahmen gemeinsamer
Besprechungen und mittels eingescannter Fotos aufgearbeitet. Zu diesen
Anlässen wird der Zusammenhalt und der Eifer der Kinder deutlich. Sie
schauen gegenseitig ihre Fotos an. Eines ärgert sich, wenn ein schönes
Motiv verschwommen ist, ein anderes freut sich, dass der Schnappschuss
vom Nachbarshund doch etwas geworden ist - und die Kollegen vergessen
nicht, zu bemerken, dass die eigentliche Aufgabe ja die Verewigung der
Nachbarsfamilie gewesen wäre...
Im Zuge eines lustigen Ausflugs sollten sich die Kinder einander beim
Fotografieren knipsen. Und die Kinder sind wieder mit Eifer an der Arbeit.
Mit den Handy-Kameras geben sie sich längst nicht mehr zufrieden, die
würden schwache Bilder machen. Die Kinder verlaufen sich im Wald, aus
dem Grün hört man ab und zu die Stimme eines Lehrers, der die Einstellung
der Schärfe erklärt, und leider funktioniert die Belichtungsautomatik
nicht bei jeder Kamera.
Ich wünsche Ihnen mit dieser Auswahl aus dem Werk des Fotoklubs Frumósza
so viel Freude, wie die jungen Fotografen daran hatten.
Neagu Adrián, Ungarischlehrer in Frumósza/Frumoasa
Zu den Bildern
Im Sinne des sogenannten "Statusgesetzes"
kann jedes Kind, das in den Nachbarländern Ungarns auf ungarischer Sprache
lernt, vom ungarischen Staat eine Erziehungs- und Bildungsförderung
beantragen. Dies wird über die Stiftung Schule in Klausenburg/Kolozsvár/Cluj
abgewickelt. Die Förderungen für das vergangene Schuljahr wurden den
begünstigten Familien im Dezember oder Januar per Postanweisung zugestellt.
Auch heuer wieder stieg die Anzahl der derart unterstützten Kinder und
Familien. Im Jahr 2005 wurden östlich der Karpaten 1175 Anträge gutgeheißen,
2006 stellte die Post bereits für 1463 Kinder Fördermittel in Höhe von
je rund 23.000 HUF (90 Euro) zu. 2005 mussten 22, 2006 45 Anträge abgewiesen
werden - meistens darum, weil die Unterstützung im Sinne des Gesetzes
nur für Schulkinder und nicht für Kindergartenkinder bezogen werden
kann.
Ähnlich wie in den Vorjahren bestärkte diese Form der Unterstützung
Tschango-Eltern darin, ihre Kinder auch Ungarisch lernen zu lassen.
Es ist auch nicht zu vernachlässigen, dass nicht zuletzt dank der Mithilfe
des Verbands der Moldauer Tschango-Ungarn auf diese Weise Fördermittel
in Höhe von über 30 Millionen Forint an benachteiligte Familien in 16
Tschango-Dörfern gelangt ist, denen es so leichter fällt, die Kosten
für den Schulunterricht der Kinder zu bestreiten.
Unser Dank gilt namens der Kinder und der Volksgruppe den ungarischen
Steuerzahlern und der Stiftung Schule. Diese Stipendien sind ein weiterer
Ausdruck der Solidarität auch mit den Kindern östlich der Karpaten.