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Übersetzt von

Gerencsér Ádám, Zoltán Császár, Andrea Deé, Helga Fehér, János Heltai, Zoltán Kiss, Edit Kovács, Pál Kovács, István Neumann (Ungarn) mit Hilfe von Valkó Péter (Schweiz)

 

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Das offizielle Image der Minderheiten in Bacãu

 

Am 12. Februar 2008 wurde in Barchau/Bacãu/Bákó eine Ausstellung zu den Minderheiten des Komitats eröffnet. Der Direktorin des Museums Iulian Antonescu zufolge ist das erklärte Ziel der Schau, die im Komitat lebenden Minderheiten vorzustellen. Gemeinsam mit dem Leiter der volkskundlichen Abteilung betonte sie das multikulturelle Element, die Pflege der europäischen Vielfalt und die Darstellung der gegenständlichen Kultur der Minderheiten. Im Ausstellungsraum sind soziographische Dokumente, Gegenstände und Fotos über Armenier, Roma, Juden und römische Katholiken zu sehen. Über die Moldauer Tschangos schweigt die Chronik, genauer gesagt, sie werden in der Ausstellung nicht als ethnische, sondern als religiöse Minderheit definiert.
Ganz im Gegensatz zur positiven Atmosphäre des Minderheitenabends vom Dezember waren die Minderheiten selbst an diesem Anlass nicht vertreten. Nicht nur kamen keine Minderheitenvertreter zu Wort, auch das kulturelle Rahmenprogramm bestand überwiegend aus rumänischen Volkstänzen und aus Zigeunertänzen, die von Vertretern der Bevölkerungsmehrheit vorgetragen wurden.
Im Anschluss an die Eröffnung wurden zwei neue Werke des Historikers Anton Cosa vorgestellt.
Das erste Buch, einer Ausgabe der in Bukarest verteidigten Dissertation des Autors, wurde vom Sapientia-Verlag des römisch-katholischen theologischen Instituts in Iaºi herausgegeben: Catolicii din Moldova în Izvoarele Sfântului Scaun (Secolele XVII-XVIII) - Die Moldauer Katholiken im Spiegel der Dokumente des Heiligen Stuhls (17.-18. Jh.). Der fast 600 Seiten starke Band wurde vom Verlagsleiter Stefan Lupu gewürdigt und über den Autor sprach sein ehemaliger Lehrer, Professor Ion H. Ciubotariu von der Universität Iaºi.
Das zweite vorgestellte Buch wurde vom Verlag Magic Print in Oneºti herausgebracht: Comunitãþile Catolice din Judeþul Bacãu - Die katholischen Pfarrgemeinden des Komitats Barchau. Das lexikonartige Werk enthält demografische, historische und administrative Daten von 57 Pfarren im Komitat Bacãu samt zahlreichen Fotos und einem umfangreichen literarischen und dokumentarischen Verzeichnis.
Teilnehmer und Redner der Veranstaltung war auch Bejan Gheorghe, Vorsitzender des Vereins Dumitru Martinas, der römisch-katholische Bischof von Iaºi Petru Gherghel, Ioan Lacatusu vom Komitatsarchiv Covasna/Kovászna, und der Direktor des Barchauer Archivs.
Sie alle würdigten die Bemühungen der Autoren und wiesen solche Sichtweisen mehrfach als unwissenschaftlich und verlogen zurück, die von einer ungarischen Abstammung der Katholiken der Moldau ausgehen.
Bischof Gherghel betonte, die Erscheinung der beiden Bände sei das Ergebnis der gemeinsam verfolgten Agenda der Diözese und einer jeden Pfarrgemeinde, denn die Zukunft solle auf der beständigen Grundlage der wahren Vergangenheit gebaut werden. Er segnete die Forschungsarbeiten des Anton Cosa und sprach sich dafür aus, diese fortzusetzen in Anbetracht des Umstandes, dass es in letzter Zeit gelang, zahlreiche Dokumente aus dem Vatikan in das Diözesanamt Iaºi zu bringen, deren Aufarbeitung noch viel Arbeit bedeuten würde.
Der Verband der Moldauer Tschangos distanziert sich von der Sichtweise, der zufolge die Moldauer Tschangos als religiöse Minderheit zu definieren sind. Auch die immer wieder zu beobachtende Praxis finden wir bedenklich, über die Minderheiten ohne Einbeziehung der Minderheiten selbst zu befinden.

 

Eröffnung durch die Museumsdirektorin, im Hintergrund Gegenstände der katholischen Minderheit der Moldau

Vorstellung des Buches von Anton Cosa

Stefan Lupu und Bejan Gheorghe (3. und 4. von links)

Adrian Solomon, Vorsitzender des Tschango-Verbandes, in der Zuhörerschaft

Eröffnete Ausstellung

Rumänische Volksmusik anlässlich der Minderheitenausstellung

Multikulturalität für alle, aber die Tschangos werden totgeschwiegen

Bischof Gherghel mit Mädchen im Zigeunergewand

Zigeunertanz interpretiert von rumänischen TänzerInnen

 

2008.02.18.

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