Die
alte Sprache Bezirkswettbewerb im Fach Ungarische
Sprache in Bacau
Am 16. Februar 2008 hat der Verband
der Tschango-Ungarn in der Moldau gemeinsam mit dem Bildungsreferat
des Bezirks Barchau einen Ungarisch-Fachwettbewerb ausgerichtet. Aus jedem Tschangodorf, in dem es schulische oder außerschulische
Bildungsmöglichkeiten gibt, wurden drei Kinder in die Domnita Maria
Schule in Barchau eingeladen: je ein Schüler der 1. bis 4., der 5. bis
6. und der 7. bis 8. Jahrgangsstufe. Im Vorfeld mussten sich diese Schüler
in ihren Heimatdörfern an einer lokalen Ausscheidung teilnehmen und
sich so für die Teilnahme am Wettbewerb in Barchau zu qualifizieren.
Je nach Altersklasse mussten drei verschiedene Aufgaben gelöst werden. Die Aufgabe für die ältesten Schüler war ein Aufsatz
zum Thema "Ungarische Sprache". Hier einige Beispiele, wie
junge Tschango-Ungarn über die ungarische Sprache denken:
"Eines schönen Tages gingen mir einige Fragen nicht
aus dem Kopf: Warum liebe ich die ungarische Sprache? Warum kommt mir
die Sprache so leicht vor, während andere nicht ein einziges ungarisches
Wort herausbringen? Ich hatte auf diese Fragen, und auch auf andere,
die mir in den Sinn kamen, eine Antwort. Ich liebe die ungarische Sprache, weil sie in meinem
Blute ist und ich keine andere Sprache mehr lieben könnte. Es ist wie
mit Muttern: Keine ist besser als sie. Ich kann diese Sprache deshalb
so leicht lernen, weil ich Ungar bin und ich dies auch akzeptieren kann
- nicht so wie andere, die sich dafür schämen und deshalb vorgeben,
Rumänen zu sein, nur weil sie in Rumänien leben. Ich bin damit nicht
einverstanden. Wenn du deine Sprache verleugnest, ist es, als würdest
du deine Mutter verleugnen. In hundert Jahren wird man die ungarische Sprache nicht
mehr so viel sprechen wie heutzutage, da die Alten, die noch Ungarisch
bzw. Tschango sprechen, sterben, die Jungen wiederum die Sprache nicht
übernehmen und an ihre Kinder weitergeben wollen. Nur jene jungen Leute
pflegen die Sprache, die vor 5-10 Jahren oder vor noch längerer Zeit
geheiratet haben. (...) Ich kann das nicht gutheißsen, dass diese Sprache,
die mir gewohnt ist, aussterben wird, daher möchte ich weiter Ungarisch
lernen, damit ich etwas habe, was ich meinen Kindern weitergeben kann.
(...)"
Izabella Botezatu, 8. Klasse, Buda
"Ich bin ein tchango-ungarisches Kind, das in die
ungarische Sprache hineingeboren wurde. Keine andere Sprache ist mir
so lieb wie die ungarische, weil ich diese von klein auf beherrsche.
Für wen ist nicht die Sprache am schönsten, die man von seiner Mutter
gelernt hat? Die Märchen, die Reime, alles habe ich auf Ungarisch gelernt
und diese mag ich am liebsten. Jede Sprache kann man leicht erlernen,
wenn man es von Herzen will und sie nicht nur deshalb lernt, damit der
Lehrer glücklich ist und man gute Noten bekommt. In dem Tschangodorf, in dem ich geboren wurde, sprechen
die Alten die ungarische Sprache aus ihrem Herzen. Jeder, der einem
alten Mann begegnet, grüßt auf Ungarisch - wer der betreffende ist und
woher er kommt, spielt keine Rolle. Die Jungen und die Kinder haben
wegen der rumänischen Schule Ungarische vergessen, aber Rumänisch sprechen
sie nur in der Schule. Zuhause in der Familie spricht jeder unter sich
und mit seinen Eltern Ungarisch. (...)"
Jeromos Pantiru, 8. Klasse, Barchau
"In Rumänien spricht man seit langer Zeit Ungarisch.
Meine ganze Familie spricht heute noch Ungarisch. Ich mag die ungarische
Sprache, und ich mag es, dass die Leute in meinem Dorf Ungarisch sprechen.
Sie erwarten, dass wir es ihnen gleichtun. In meinem Dorf spricht man nicht Ungarisch. Was wir
sprechen, ist Tschango, eine alte ungarische Sprache. Tschango unterscheidet
sich nicht von der ungarischen Sprache, nur ist Tschango älter. In meinem
Dorf werden die Menschen in hundert Jahren Rumänisch sprechen, da die
Kinder jetzt nicht mehr viel Ungarisch sprechen und die Väter sich nicht
damit herumplagen, es ihnen beizubringen. Ich mag es nicht, dass die
Menschen nicht mehr Ungarisch oder Tschango können werden, aber ich
kann nichts tun. (...) In der Vergangenheit haben die Kinder in der Schule
Ungarisch gelernt, Rumänisch konnten sie überhaupt nicht, nur die Größten
im Lande. Dann ist irgendetwas geschehen, was ich nicht weiß, aber seitdem
sprechen die Menschen nicht mehr viel Ungarisch, nur die ältesten."
Simon Lőrinc, 8. Klasse, Lészped
Die Kinder bekamen vom Bildungsreferenten für Minderheiten,
von der Schulleiterin der Gastschule und vom Bildungsbeauftragten des
Verbandes Geschenke und eine zweisprachige Urkunde überreicht. Für die
Jahrgangsstufen 7 und 8 veranstaltet das Rumänische Bildungsministerium
einen nationalen Wettbewerb, die zwei besten Schüler können sich dort
mit Schülern aus anderen Bezirken des Landes messen. Wir wünschen ihnen
viel Erfolg! Liste der
Ergebnisse.