Diese Webseite wird von der Ungarischen Stiftung für Menschenrechte (HHRF) unterstützt.


Click for Bacau, Romania Forecast


Unsere Medienpartner:

 


 

Created by

Bartha András

 

Übersetzt von

Gerencsér Ádám, Zoltán Császár, Andrea Deé, Helga Fehér, János Heltai, Zoltán Kiss, Edit Kovács, Pál Kovács, István Neumann (Ungarn) mit Hilfe von Valkó Péter (Schweiz)

 

Copyright © AMCM,

2004-2008

 

 

 

Erdélyi Top 10 - web statisztika, látogatottság mérés

 

Die alte Sprache
Bezirkswettbewerb im Fach Ungarische Sprache in Bacau

 

Am 16. Februar 2008 hat der Verband der Tschango-Ungarn in der Moldau gemeinsam mit dem Bildungsreferat des Bezirks Barchau einen Ungarisch-Fachwettbewerb ausgerichtet.
Aus jedem Tschangodorf, in dem es schulische oder außerschulische Bildungsmöglichkeiten gibt, wurden drei Kinder in die Domnita Maria Schule in Barchau eingeladen: je ein Schüler der 1. bis 4., der 5. bis 6. und der 7. bis 8. Jahrgangsstufe. Im Vorfeld mussten sich diese Schüler in ihren Heimatdörfern an einer lokalen Ausscheidung teilnehmen und sich so für die Teilnahme am Wettbewerb in Barchau zu qualifizieren. Je nach Altersklasse mussten drei verschiedene Aufgaben gelöst werden.
Die Aufgabe für die ältesten Schüler war ein Aufsatz zum Thema "Ungarische Sprache". Hier einige Beispiele, wie junge Tschango-Ungarn über die ungarische Sprache denken:

 

"Eines schönen Tages gingen mir einige Fragen nicht aus dem Kopf: Warum liebe ich die ungarische Sprache? Warum kommt mir die Sprache so leicht vor, während andere nicht ein einziges ungarisches Wort herausbringen? Ich hatte auf diese Fragen, und auch auf andere, die mir in den Sinn kamen, eine Antwort.
Ich liebe die ungarische Sprache, weil sie in meinem Blute ist und ich keine andere Sprache mehr lieben könnte. Es ist wie mit Muttern: Keine ist besser als sie. Ich kann diese Sprache deshalb so leicht lernen, weil ich Ungar bin und ich dies auch akzeptieren kann - nicht so wie andere, die sich dafür schämen und deshalb vorgeben, Rumänen zu sein, nur weil sie in Rumänien leben. Ich bin damit nicht einverstanden. Wenn du deine Sprache verleugnest, ist es, als würdest du deine Mutter verleugnen.
In hundert Jahren wird man die ungarische Sprache nicht mehr so viel sprechen wie heutzutage, da die Alten, die noch Ungarisch bzw. Tschango sprechen, sterben, die Jungen wiederum die Sprache nicht übernehmen und an ihre Kinder weitergeben wollen. Nur jene jungen Leute pflegen die Sprache, die vor 5-10 Jahren oder vor noch längerer Zeit geheiratet haben. (...) Ich kann das nicht gutheißsen, dass diese Sprache, die mir gewohnt ist, aussterben wird, daher möchte ich weiter Ungarisch lernen, damit ich etwas habe, was ich meinen Kindern weitergeben kann. (...)"

 

Izabella Botezatu, 8. Klasse, Buda

 

"Ich bin ein tchango-ungarisches Kind, das in die ungarische Sprache hineingeboren wurde. Keine andere Sprache ist mir so lieb wie die ungarische, weil ich diese von klein auf beherrsche. Für wen ist nicht die Sprache am schönsten, die man von seiner Mutter gelernt hat? Die Märchen, die Reime, alles habe ich auf Ungarisch gelernt und diese mag ich am liebsten. Jede Sprache kann man leicht erlernen, wenn man es von Herzen will und sie nicht nur deshalb lernt, damit der Lehrer glücklich ist und man gute Noten bekommt.
In dem Tschangodorf, in dem ich geboren wurde, sprechen die Alten die ungarische Sprache aus ihrem Herzen. Jeder, der einem alten Mann begegnet, grüßt auf Ungarisch - wer der betreffende ist und woher er kommt, spielt keine Rolle. Die Jungen und die Kinder haben wegen der rumänischen Schule Ungarische vergessen, aber Rumänisch sprechen sie nur in der Schule. Zuhause in der Familie spricht jeder unter sich und mit seinen Eltern Ungarisch. (...)"

 

Jeromos Pantiru, 8. Klasse, Barchau

 

"In Rumänien spricht man seit langer Zeit Ungarisch. Meine ganze Familie spricht heute noch Ungarisch. Ich mag die ungarische Sprache, und ich mag es, dass die Leute in meinem Dorf Ungarisch sprechen. Sie erwarten, dass wir es ihnen gleichtun.
In meinem Dorf spricht man nicht Ungarisch. Was wir sprechen, ist Tschango, eine alte ungarische Sprache. Tschango unterscheidet sich nicht von der ungarischen Sprache, nur ist Tschango älter. In meinem Dorf werden die Menschen in hundert Jahren Rumänisch sprechen, da die Kinder jetzt nicht mehr viel Ungarisch sprechen und die Väter sich nicht damit herumplagen, es ihnen beizubringen. Ich mag es nicht, dass die Menschen nicht mehr Ungarisch oder Tschango können werden, aber ich kann nichts tun. (...)
In der Vergangenheit haben die Kinder in der Schule Ungarisch gelernt, Rumänisch konnten sie überhaupt nicht, nur die Größten im Lande. Dann ist irgendetwas geschehen, was ich nicht weiß, aber seitdem sprechen die Menschen nicht mehr viel Ungarisch, nur die ältesten."

 

Simon Lőrinc, 8. Klasse, Lészped

 

Die Kinder bekamen vom Bildungsreferenten für Minderheiten, von der Schulleiterin der Gastschule und vom Bildungsbeauftragten des Verbandes Geschenke und eine zweisprachige Urkunde überreicht. Für die Jahrgangsstufen 7 und 8 veranstaltet das Rumänische Bildungsministerium einen nationalen Wettbewerb, die zwei besten Schüler können sich dort mit Schülern aus anderen Bezirken des Landes messen. Wir wünschen ihnen viel Erfolg!
Liste der Ergebnisse.

 

 

2008.03.10.

zurück

 

Zurück zum Anfang