Die
Lage des Ungarischunterrichts in der Moldau ist ein europäisches Thema
Die Abgeordneten des Europaparlaments
Péter Olajos (MDF. Ungarn), Árpád Duka-Zólyomi (MKP, Slowakei), Kinga
Gál (Fidesz, Ungarn), Csaba Sógor (RMDSZ, Rumänien) und László Tőkés
(unabhängig, Rumänien) haben sich in Erwartung einer schriftlichen Antwort
mit einer dringlichen Frage über die Verunmöglichung des ausserschulischen
Ungarischunterrichts im Dorf Nagypatak (Valea Mare) in Rumänien und
die Beängstigung der tschango-ungarischen Schüler ans europäische Komitee
gewendet.
Péter Olajos, Anreger der Initiative, hat die Ereignisse als empörend
bezeichnet und dabei hervorgehoben, dass gerade jene Kinder von der
Teilnahme am Muttersprachenunterricht abgebracht werden, die in ihrer
Freizeit das versuchen, was das staatliche Bildungssystem ihnen nicht
ermöglicht, nämlich ihre Muttersprachenkenntnisse zu erweitern.
Laut Standpunkt der Abgeordneten verstößten die oben beschriebenen Ereignisse
gegen den Gesetzartikel 22. der Charta der Grundrechte in der Europäischen
Union, der besagt, dass die Union die kulturelle, religiöse und sprachliche
Vielfalt in Ehren hält. Deswegen haben sie das Komitee um dringliche
Maßnahmen gebeten, um ähnliche Erscheinungen im seit dem 1. Januar 2007
Mitgliedstaat Rumänien zu verhindern.
Csaba Sógor hat während seines Moldau-Besuches folgendes dargelegt:
"Trotz der opferwilligen Arbeit der MCSMSZ und der Begeisterung
der Ungarischlehrer ist die Möglichkeit des Muttersprachenerwerbs bisher
nur etwa 1500 Kindern gesichert. Es gibt wenigstens 7500 weitere Schulkinder,
denen diese Möglichkeit noch nicht gegeben ist. In den ungarischen Dörfern
der Moldau sollen die materiellen Quellen und die friedliche Stimmung
gesichert werden, da es das Allerwichtigste ist, dass die Eltern nicht
beängstigt werden und je mehr Kinder in der Moldau Ungarisch lernen
können."
László Tőkés hat sich darüber hinaus mit einem englischsprachigen Antrag
an das Parlament gewendet. Dieser wurde schon dem Hauptkomitee der Minderheitsfragen
weitergeleitet. Der Leiter des Hauptkomitees hat bereits angekündigt,
dass Rumänien via Brief aufgefordert wird, den Muttersprachenunterricht
der Moldauer Tshango-Ungarn zu sichern.
Im ungarischen Parlament hat Klára Sándor (SZDSZ) am 3. März in der
Stunde der Interpellationen die Ereignisse von Nagypatak zitierend der
Außenministerin die Frage gestellt wie es erreicht werden kann, dass
die "Sprachenausrottung" auch in der Praxis ein Ende hat.
Márta Horváthné Fekszi, Staatsekretär des Außenwesens, hat verkündigt,
dass das Problem in allen möglichen politischen Verhandlungen höherer
Isntanzen angedeutet werden solle. Sie hat noch hinzugefügt, dass die
Mitarbeiter der Botschaft in Bukarest und des Konsulats in Csíkszereda
regelmäßig vor Ort erschienen und die dortigen Zustände aufmerksam befolgten.