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Bartha András

 

Übersetzt von

Gerencsér Ádám, Zoltán Császár, Andrea Deé, Helga Fehér, János Heltai, Zoltán Kiss, Edit Kovács, Pál Kovács, István Neumann (Ungarn) mit Hilfe von Valkó Péter (Schweiz)

 

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2004-2008

 

 

 

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Eine Geschichte aus Diószeg/Tuta

 

Im August 2007 sind wir nach Diószeg gezogen, nachdem es uns - auf abenteuerlicher Art und Weise - gelungen ist ein ziemlich großes Haus zu mieten. Aus eigenen Kräften und aus den Zuwendungen der Pateneltern haben wir begonnen, das gemietete Haus - in dem sogar zwei Unterrichtsräume ausgestaltet werden konnten - zu verschönern. Die Sanierungsarbeiten haben sich - wegen Hindernisse und Naturplagen - bis Mitte Dezember verzögert, aber bereits vor dem Besuch des Christkindes konnten wir mit der eigentlichen Arbeit, wofür wir nach dem Tschangoland gekommen sind, beginnen. Im Januar 2008 haben sich bereits 55 Kinder zu uns angemeldet, die wir - nach Einteilung in Gruppen - wöchentlich dreimal zu den Unterrichtsstunden erwartet haben. In den ersten zwei Wochen kamen begeistert und stabil etwa 30 Kinder, wobei an einem Montag nur sehr wenige (2-3) Kinder an den gemäß dem Stundenplan erfolgenden Stunden erschienen sind. Wir haben es nicht verstanden, was passiert ist, wobei es sich danach herausgestellt hat, dass die Kinder von den Lehrern der örtlichen Schule eingeschüchtert wurden, unsere Ungarischstunden zu besuchen. Sie haben den Eltern erklärt, dass es den Kindern nachteilig ist, die ungarische Sprache zu lernen, da sie in der Weise die rumänische Sprache entsprechend nicht erlernen können, ferner vernachlässigen sie wegen den Nachmittagsstunden die Hausaufgaben. Die Kinder wurden damit eingeschüchtert, dass wenn sie auch im Weiteren zu uns kommen, wird man das Ergebnis in dem halbjährigen Zeugnis sehen können. Wir haben einige Eltern zu Hause besucht, wo wir sogar darüber verständigt wurden, dass unser Haustor von den Lehrern beobachtet

wird und wenn Kinder trotzdem zu uns kommen, kriegen sie am nächsten Tag sofort eine Rüge und bekommen wesentlich mehr Hausaufgabe als was üblich ist. Es hat sich ferner herausgestellt, dass mehrere Eltern sogen von dem Elternabend in der Schule abwesend waren, weil sie Angst vor Angriffe hatten. Trotzdem haben 15-16 Kinder unsere Stunden auch im Weiteren untersucht, der Unterricht ging bis zum 6. März 2008 weiter.Dann wurden wir darüber informiert, dass der römisch-katholische Pfarrer in der Dorfkirche an der Nachmittagsmesse am Mittwoch verkündigt habe, dass zukünftig keine Kinder in der ungarischen Schule was zu tun hätten.
An der Messe hat der Pfarrer den Gläubigern gesagt, er habe erst jetzt erfahren, da er es bislang nicht gewusst hätte, dass in dem Dorf seit Dezember des vorigen Jahres Ungarischstunden gehalten würden. "Wer weiß was für eine Sekte es ist? Die Fremden sollen zu mir kommen, damit ich mit denen reden kann, nicht dass wir es erfahren, dass sie uns von unserem Glauben verbieten wollen.
Ich habe sogar gehört, dass sie den Kindern Bücher geben, sie sollen auch diese zu mir bringen, damit ich lesen kann, was darin steht. Obwohl ich ungarisch nicht lesen kann, lasse ich mir das von XY übersetzen. Sie wollen das Haus von XY kaufen und man weißt nicht was sie dort treiben werden, was für eine Sekte da tätig wird. Sie locken die Kinder mit Süßigkeiten, mit Säften und versprechen ihnen sogar 2000 Euro - das habe ich von den Kindern gehört. Sodass will ich kein einziges Kind erwischen, dass es in die ungarische Schule geht!" - hat er sich vom Alter beschwert.
(Erklärung zu den Gesagten: Das Buch, wovon der Priester geredet hat, ist die Zeitschrift "Reverinda", was eine kostenlose Kinderausgabe unseres Verbandes ist. Die 2000 Euros bedeuten die Unterstützung des ungarischen Staates von HUF 20.000,-, was allen in Rumänien lernenden Kindern erteilt wird, falls sie Ungarisch lernen.)
Unsere gute Nachbarn haben uns gleich am Mittwoch Abend besucht um uns zu informieren, dass es ab nächsten Tag keine Kinder geben wird, die zu uns kommen und dass der Pfarrer uns die Nachricht sendet, wir sollen bei ihm vorbeigehen uns nachzuweisen und Akten darüber vorzuzeigen, wer wir sind und zu erklären was und warum gemacht wird. Die an der Messe Gehörten wurden uns erzählt und behauptet, der Pfarrer habe die Kinder und die Eltern sogar dreimal aufgefordert, nicht zu uns zu kommen.
Am Donnerstag am Nachmittag haben wir den Pfarrer besucht, der uns höflich empfangen hat.
Unser Gespräch wurde damit begonnen, dass er von uns Rechenschaft gefordert hat, warum wir nach unserem Ankommen nicht bei dem Bürgermeister, bei der Polizei und bei ihm vorbeigekommen sind, darüber zu berichten, wer wir sind, wovon wir gekommen sind und was wir wollen. Ob wir eine Genehmigung für die Tätigkeit haben, was wir hier ausüben möchten? Er wird uns nicht erlauben, in dem Dorf tätig zu werden. Er wird uns nicht erlauben, das Dorf in zwei Teilen zu trennen, er wird uns nicht erlauben, ihr Glauben und ihre Religion zu verderben. Er habe dies gesagt, weil er darüber Kenntnis verschaffen habe, dass an Standorte, wo unser Verband aufgetreten ist, gäbe es davon nur Probleme, es habe dem Dorf nur Nachteile verursacht, habe das Dorf in zwei Teilen getrennt. Er hat verschiedene Bespiele erwähnt, hat über Sachen vor 10 Jahren erzählt, was er mit dem Verband verbunden hat (Klézse 1995 usw.). Als wir gefragt haben, warum er von der Sprechbühne behauptet hat, wir seien Sektenmitglieder, hat er Folgendes geantwortet: er habe das so verstanden, dass alle Personen und Organisationen, die sich ins Dorf einziehen und eine Tätigkeit anfangen (Gruppen um sich bilden) ohne dass sie darüber irgendjemand fragen oder eine Genehmigung dafür einholen, werden von ihm als Sekten oder Sektenmitglieder bezeichnet. Er hat uns vorgeschlagen, alle Orte, wo im Rahmen des Tschango-Ungarischen Verbandes unterrichtet wird, insbesondere die dort tätigen örtlichen Pfarrer zu besuchen und sie um Erteilung eines gestempelten Beweises darüber zu bitten, der beweist, dass die Kirche niemals irgendwelche Probleme mit den ungarischen Unterrichtspunkten in dem Dorf gehabt hat. Dies aus dem Grund, weil es ihm bekannt ist, dass es an vielen Orten Probleme gibt oder gab und unsere Tätigkeit schadet den Dörfern viel, wobei dies uns Lehrern von unseren Vorgesetzten nicht bekannt gegeben wird. Er hat uns gebeten, in den Dörfern wo es Probleme gibt oder gab (seitdem der Verband dort tätig ist) diese Probleme zu klären und wieder gut zu machen, damit es keine Gegensätze gibt. Erst danach - wenn alles überall gut funktioniert und es keine Probleme gibt - sollen wir zurückkommen und dann wird er diese Beschäftigungen mit den Kindern genehmigen. Er hat ferner mitgeteilt, dass er gezwungen ist, dem Bischof darüber zu berichten, wer wir sind und was wir wollen. Er behauptete, wir werden sogar die Genehmigung des Bischofs benötigen, da er selbst geschworen hat zu machen, was von dem Bistum gesagt wird. Falls der Bischof erklärt, dass wir unsere Tätigkeit fortsetzen können, wird er dies auch in der Kirche verkündigen. Er hat noch hinzugefügt, dass der Pfarrer vor dem Volk, vor den Christen einen einzigen Weg habe, er sei einen Schritt vor denen, daher sollte er über alles wissen und alles werde von ihm genehmigt. Er hat gesagt, dass die ungarische- und sogar nicht einmal die Tschagosprache den Kindern wohl tue, weil sie nicht einmal an der Universität gute Rechtschreiber seien, sie könnten auf Rumänisch nicht denken, weil die beiden Sprachen verwechselt würden. Er hat uns beruhigt, dass die tschango-ungarische Mundart innerhalb von 40 Jahren sowieso aussterben werde und solange er das nicht genehmigen werde, würden keine zu uns kommen.
Auch am Donnerstag hat der Pfarrer an der Nachmittagsmesse von uns geredet. Er hat den Gläubigern über unseren Besuch und unser Gespräch Bericht erstattet. Er hat erzählt, dass er auf die schriftlichen Bescheinigungen von den anderen Dorfpfarrern wartete, aber solange dürften keine zu uns kommen.
Standesbericht: am Donnerstag 1 Kind, am Freitagvormittag 2, dann am Nachmittag schon 8 Kinder.
Und warum dies eben jetzt passiert?
Unser Verband schließt den Kaufvertrag nächste Woche bezüglich eines Hauses in Diószeg ab, deswegen wurden die Angriffe gestartet, weil es auch für diese Leute klar wurde, dass es nicht um einen Übergangszustand handelt und wir es nicht vorhaben, ein bisschen hier zu sein und dann von hier wegzugehen. Den Kauf des Hauses halten wir aus dem Grund für wichtig, weil der Sprachenzustand in Diószeg sehr gut ist, ebenso wie in den Nachbardörfern (Szitás, Szõlõhegy, Újfalú, Bahána usw.). Deswegen beabsichtigen wir hier eine Basis auszubauen, damit mit den Beschäftigungen auch in dieser Region angefangen und der Ungarischunterricht auch in weiteren Standorten ermöglicht wird.
Unser Verband weist diese mittelalterliche Art der Einmischung der moldawischen katholischen Kirche in die rechtmäßige und gesetzliche Tätigkeit von Zivilorganisationen eindeutig ab. Leider haben sich die staatliche Schule und die Dorfgemeinde auch in diesem Fall von den Geschehenen nicht ferngehalten, sie haben die Herausbildung der ungarischfeindlichen Stimmung ermutigt.

Diószeg, am 7. März 2008

 

Anna Borbála Nemes und Zoltán Bogos
Ungarischlehrer in Diószeg

 

2008.03.19.

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