Wir danken der Zürcher Ungarngesellschaft
für die selbstlose Hilfe. Ihr verdanken wir, dass das Leben vieler Tschangokinder
und Tschango-Erwachsenen sich zum Besseren gewendet hat.
- Nur Ihrem Beitrag ist es zu verdanken, dass eine alte Frau von Kalagor,
die an Lungenentzündung litt, das Antibiotikum kaufen konnte.
- Dank Ihrem Beitrag für die Fahrkosten konnte eine Frau aus Lészped
zu einer Augenoperation nach Budapest fahren, die in Rumänien nicht
hätte durchgeführt werden können.
- Wir sind in der Lage mit unserem Programm fortzufahren, um in den
Tschangodörfern den Blutzuckerspiegel, den Blutdruck, den Colesterinspiegel
und das Gewicht zu messen, ferner, um Diabetes, Bluthochduck und andere
Krankheiten zu thematisierten.
- Wir haben mit einem neuen Programm begonnen, um Kinder über die Wichtigkeit
der Zahnpflege und allgemein der Hygiene aufzuklären. Im Anschluss an
das aufklärende Gespräch erhalten die Kinder ein kleines Päckchen Toilettenartikel
(Zahnbürste, Zahnpaste, Seife, Schampoo, kleines Desodorant, u.a.).
- Ein altes Ehepaar aus Rekecsin konnte Augengläser kaufen.
- Ich bin in der Lage oft in Dörfer zu reisen, um mit Leuten mit Gesundheitsproblemen
den Kontakt zu pflegen.
- Wir stehen Leuten zur Seite, die im Krankheitsfall auf diverse Information
angewiesen sind (an wen sie sich wenden müssen, Behandlungsmöglichketen,
Reiseprobleme, Kostenfragen, u.a.).
Gott möge Ihre Liebenswürdigkeit vergelten.
Nicht zu guter Letzt wollen wir Peter Guha danken: all' die erfreulichen
Erfolge sind seiner Organisationsarbeit zu verdanken.
Das vierte Mal konnten wir nach Gyimesbükk
fahren, damit die freiwilligen Ärzte des Internationalen Kinderrettunsdienstes
83 Tschangokinder aus dem Komitat Bákó untersuchen können.
Bereits das zweite Mal hat sich dieses Jahr (zwischen dem 6. - 14. Oktober)
die Ärztegruppe in das Komitat Hargita begeben, um die moldauische Kinderschar
am 8. und 9. am Sitz des Pfarramtes (an der Parochie) zu untersuchen.
Die 83 Kinder sind aus mehreren Csángódörfern gekommen: Diószén, Lujzikalagor,
Klézse, Somoska und Gajdár. Da die Lehrer während den Unterrichtsstunden
die Kinder nur äusserst ungern weggehen lassen, sind wir diesmal zur
Mittagszeit, im Anschluss an die Unterrichtszeit losgefahren.
Gemäss ärztlichem Befund sind weniger
ernste Fälle vorgekommen. Doch, wie schon anlässlich früherer Untersuchungen,
ist auch diesmal eine Krankheit aufgetreten, die in naher Zukunft in
Ungarn abgeklärt werden muss.
Wir hoffen, dass die Ärztegruppe des
Internationalen Kinderrettungsdienstes sich bald auch in die Moldau
begeben wird.
Das
Eis ist gebrochen: Der Weg eines hörgeschädigten Kindes aus Lábnyik
in die Klausenburger Sonderschule
"Das Wort ist eine gefährliche
Waffe, und einige sind unbewaffnet."
Rockgruppe Illés
Im September tauchte ein fröhlicher
Kindergärtner mit rundem Mondgesicht in den nachmittäglichen Ungarischstunden
auf. Tag für Tag nahm er fleißig und mit geradezu unbändiger Begeisterung
an den Stunden teil. Offensichtlich tat er sich leicht beim Lernen der
Verse und Lieder. Aber was er sagte, konnten wir leider oft nur mit
Hilfe seiner Freunde verstehen.
Wie sich herausstellte, hat Gabi nicht nur einen schweren Sprachfehler,
er ist erblich hörbehindert. Ich habe mich daraufhin vielerorts erkundigt,
was getan werden könnte, um ihm zu helfen. Mit solch einem Sprachfehler
würde er sich schwer tun mit dem Schreiben und Lesen. Ich erhielt keine
wirklich hilfreichen Antworten. Einen Logopäden gibt es nur in der Komitatsstadt
Bákó/Bacãu und die Familie hat kein Geld dafür, das Kind mehrmals pro
Woche in die Stadt zu bringen.
Im November erfuhr ich, Gabi sei Schüler geworden. Der Lehrer sei im
Kindergarten erschienen, habe ihn bei der Hand genommen, und seither
besucht er die erste Klasse. Ich fühlte mich ohnmächtig. Ich wusste
von einem hörgeschädigten Kind im Dorf, das - nachdem es am Lesen und
Schreiben gescheitert war - überhaupt keine Schule mehr besuchte.
Erneute bohrende Fragen brachten wieder kein befriedigendes Ergebnis.
Bis ich im Zug nach Klausenburg/Kolozsvár/Cluj die Logopädin Enikõ Lászlóffy
kennen lernte. Mit ihrer Hilfe trat ich mit der Direktorin der Klausenburger
Schule für Hörbehinderte Frau Erzsébet Wolf in Verbindung. Dank Unterstützung
durch den MCSMSZ lief nun alles wie am Schnürchen.
Die Untersuchung der Lernfähigkeit erbrachte das erwartete positive
Ergebnis. Die offiziellen Papiere waren noch gar nicht angekommen, schon
wurde Gabi mit viel Liebe im Klausenburger Schülerheim aufgenommen.
Ich bewundere diesbezüglich die Mutter und den Vater von Gabi, die voller
Vertrauen die Hilfestellung annahmen und sich im Interesse des Kindes
bereit erklärten, ihn in ein 500 km entferntes Heim zu schicken.
Diese wunderbare Schule ist die einzige Bildungsstätte in Rumänien,
wo hörgeschädigte Kinder auf Ungarisch unterrichtet werden. Es war eine
Freude zu beobachten, mit welcher Hingabe und Geduld sich die dortigen
Lehrkräfte mit den behinderten Kindern beschäftigen. Die vielen speziellen
Spielsachen, die schönen Möbel und die freundliche Atmosphäre hatten
es Gabi sofort angetan. Ohne zu weinen verabschiedete er sich von seinen
Eltern, obschon ihm wohl bewusst war, dass es noch lange bis zu den
ersten Ferien war.
Es wäre so wichtig, dass möglichst alle hörbehinderte Kinder der Region
die Möglichkeit haben, diese Schule zu besuchen, die dazu da ist, ihnen
zu helfen.
Nach Lujzikalagor/Luizi-Cãlugãra ist
Magyarfalu/Arini das zweite Tschango-Dorf, wo wir im Rahmen des begonnenen
präventiven Programms Blutzucker, Cholesterin, Blutdruck und Gewicht
der Bevölkerung messen.
Das Programm wurde in der Kirche angekündigt, der Pfarrer verlautbarte
nach der Mittags- und Abendmesse, dass das Screening um 8 Uhr 30 in
der Früh beginnen wird.
Bereits am Sonntag konnte eine Liste erstellt werden und mehrere Freiwillige
halfen, die Reihenfolge einzuhalten.
Bei unserer Ankunft befanden sich bereits über 80 im Warteraum, von
der 21-jährigen jungen Frau bis zum 82-jährigen Mann, der wie alle anderen
wartete, bis er an die Reihe kam. Man hätte ihn gerne vorgelassen, aber
die Stimmung war so gut, dass der Alte die "Strapaze" gern
in Kauf nahm. Wenigstens konnte man sich ungezwungen ausreden, so viele
waren sie schon lang nicht mehr beieinander gewesen.
Da man hohe Blutzucker-, Blutdruck- und Cholesterinwerte nicht "spüren"
kann, legten wir den Patienten nahe, wie wichtig die regelmäßige Kontrolle
und das Einnehmen der entsprechenden Medikamente sei.
Alle warteten in Ruhe und Würde, bis sie an die Reihe kamen und wir
merkten gar nicht, wie die Zeit verging. Wir wurden zum Mittagessen
eingeladen und abends um 6 kamen wir der Einladung auch nach. Zwischendurch
wurden wir mit Topfenkrapfen, Getränken und Keksen verwöhnt.
Ich weiß gar nicht, wie die Leute es aushielten, aber niemand aß vor
der Untersuchung.
Trotz des erfreulich großen Zuspruchs konnten wir bei weitem nicht die
gesamte Dorfbevölkerung untersuchen, wir planen also einen weiteren
Screening-Besuch.
Zur Fortsetzung dieser Tätigkeit sind wir auch auf Ihre Unterstützung
angewiesen. Danke im Voraus!
Mária Solomon, Sozialreferentin MCSMSZ
Veronika Lajos, Angéla Istók, Laci Pogár
Medizinische Generaluntersuchung
der Tschangokinder
Am 16. und 17. May 2006 haben 222 Kinder
im Grundschulalter an einer Reihe von medizinischen Untersuchungen teilgenommen,
die vom Tschangobund organisiert wurden. Die Visiten wurden durch die
grosszügige Unterstützung des Internationalen Kinderrettungsdienst (www.gyermekmento.hu)
möglich gemacht.
112 Kinder, also beinahe alle Schüler der Grundschule des Dorfes Lábnyik
waren dabei am ersten Tag der Untersuchungen in Gyimesbükk (im östlichen
Teil von Transylvanien). Der etwas ungewöhnliche Ausflug hat in der
Gemeinde für viel Aufregung gesorgt, die Kinder und ihre Eltern versammelten
sich schon vor der vereinbarten Zeit um 8 Uhr am Treffpunkt. Die Kinder,
begleitet von ihrer rumänischen Schuldirektorin, sowie von ungarischen
Lehrkräften, wurden in zwei Reisebussen zu ihrem Ziel gefahren. Auch
der Dorfarzt hat sich uns angeschlossen, damit er die Ergebnisse notieren
und Problemefälle später im Auge behalten kann.
Am folgenden Tag sind wir mit einer ähnlich grossen Gruppe aufgebrochen,
diesmal waren es 110 Kinder und ihre Lehrer aus fünf Gemeinden. An der
Pfarrei von Gyimesbükk wurden sie von den Mitgliedern des Ärzteteams
empfangen: Dr. Pálmafy Beatrix und Dr. Darvas Melinda Kinderärztinnen,
der Ortophäde Dr. Marlok Ferenc, Dr. Udvarhelyi Beatrix Hals-, Nasen-
und Ohrenärztin, die Audiologin Dr. Szalai Magdolna und eine Gruppe
Assistenten.
Wir sind dem Direktor der Schule sehr dankbar für das warme Mittagessen,
und dem Hilfspfarrer für seine anregende Worte und muntere Gesichten.
Die zweitägigen Untersuchungen haben überraschende Resultate hervorgebracht,
die niemand erwartet hatte. Es hat sich herausgestellt, dass der Grossteil
der Kinder Plattfüsse hat, und deshalb unter Rückenschmerzen leidet.
Sie brauchen dringend Schuheinsätze. Bei manchen wurden Sehstörungen
festgestellt, die Ärzte haben auch Fälle von verwachsenen Wirbelsäulen
und Hauterkrankungen gefunden. Oft werden Ohren und Zähne der Kinder
vernachlässigt, weil ihnen der Umgang mit Zahnbürsten und anderen Reinigungsinstrumenten
nicht beigebracht wurde. Die Ärzte sind auch auf akkute Problemfälle
gestossen, Beispiele davon sind Herzerkrankungen, Nervenentzündung und,
bei einigen Jungen, Einschnürung der Vorhaut.
Der Internationale Kinderrettungsdienst hat schwierige Fälle an Fachärzte
in Csíkszereda (Transylvanien) verwiesen. Darüber hinaus hat die Hilfsorganisation
es auf sich genommen, kleine Patienten, die eine komplizierte Behandung
benötigen, die nicht in Rumänien unternommen werden kann, nach Ungarn
zu fahren. Im Falle eines Jungen aus Lábnyik ist es besondern dringend,
in eine ungarische Klinik eingewiesen zu werden, da er mit teilweise
offenem Rückenmark geboren wurde. Er braucht schleunigst einen Reisepass,
da sich sein Zusand zunehmend verschlechtert.
Alles in allem können wir sagen, dass Tschangokinder nicht mehr often
krank sind als ihre rumänische oder Siebenbürger Altersgenossen. Aber
weil sie in ländlichen Gebieten leben, often in relativer Armut, haben
sie weniger Zugang zu Mitteln der allgemeinen Körperhygiene und sehen
keinen Facharzt auch wenn sie gesundheitliche Beschwerden haben, weil
Krankheiten tradizionell eher zu Hause behandelt werden.
Der Verband betrachet es als Teil seiner Berufung, ärmeren Familien
die nötigen Arztbesuche zu ermöglichen, und Eltern materiell zu unterstützen,
wenn sie Medizin, Sehhilfen oder Schuheinsätze nicht aus eigener Kraft
kaufen können. Deshalb bitten wir auch um Ihre Hilfe, damit wir auch
in der Zukunft weiter für die Kinder und ihre Familien da sein können.
Solomon Mária, Leiterin der Sozialabteilung des Tschangobundes
Alltägliche Hygiene
Der Verband der Tschango-Ungarn befasst sich seit diesem
Jahr auch mit den sozialpolitischen Problemen der ungarischen Minderheit
in Moldavien. Unter der Aufsicht von Solomon Mária, Leiterin der Sozialabteilung
des Tschangobundes, haben wir unser erstes Projekt gestartet. Die Aufklärungskampagne
zur alltäglichen Körperhygiene hatte ihre erste Station in der Grundschule
von Lészped. Die Lehrerin Enache Viorica war die Gastgeberin dieser
etwas unregelmässigen Schulstunde, die viele Fragen der Kinder beantworten
konnte. Am Ende der Diskussion bekamen alle Schüler ein Geschenkpaket
mit einigen grundlegenden Sanitärmitteln, wie einem Kamm, einer Zahnbürste,
Zahnkreme und Seife.
Wir möchten die Kampagne fortsetzen und hoffen dadurch viele Kinder
in zahlreichen Gemeinden zu erreichen. Wir bitten jene, die unser Hygieneprojekt
finanziell oder mit Sachgaben unterstützen möchten, mit uns in Verbindung
zu treten.