Denn wo zwei oder drei versammelt
sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.
(Mättheus XVIII, 20)
Der Bischop von Iasi war im Pustina. Wir erwarteten ihn schon, weil
es uns versprochen wurde, dass er mit einer Lösung aufkommen wird. Ich
hätte schreiben wollen, dass er endlich der langersehnte Lösung aussagt,
aber nein, das geschah nicht so. Anstatt sagte er, dass man auch auf
anderen Sprache der Rosenkranz im Gotteshaus sagen darf.
Nachdem er gegangen ist, jeder sprach nur darüber. Der Bischop sagte:''man
darf der Leser auf ungarisch sagen.'' Die Leute können doch auch hinter
die Zeilen lesen.
Ich könnte auch schreiben, dass er kam, ging und alles blieb wie vorher.
Aber das kann ich nicht, weil das nicht so geschah. Ich erinnere mich,
damals, im 1996 als er zuletzt bei uns zur Firmung war, verabschiedete
sich so:'' Gott lebt und hört unser Gebet nur in der Kirche und nicht
hier und da in Höfer anderer. Darum muss man für die Messe hierher kommen
und nicht irgindwohin.''Die Leute kamen zu mir warnend ob ich es gehört
hätte und ob es tatsächlich eine Sünde wäre in dem Hof die Messe zu
halten.
Trotz allem, hörten wir auf Gots Wort und setzten die Messen auf ungarisch
fort.
Zum ersten Mal fand in der Hof meiner Eltern statt. Später da mein Mutter
sich erkrankte wünschten wir, dass jemand anderer sich freiwillig erklärt
sein Hof für die Messehaltung anzubieten. Leider waren nicht so viele
Kandidaten, aber auch der Bishop wollte nirgindwohin gehen. Es sah so
aus als ob er sich da in Sicherheit fühlte.
Im Vergleich mit forrigen Besuchen dieses Mal war Alles anders. Obwohl
er nicht das magische Wort aussagte:''ungarische Messe'', fühlte man
sein Offenheit, sein Näherung was für uns Neu war. Wir waren nicht nur
darum glücklich, weil er unser Landestracht gelobt hat und zusammen
beim Altar ein Bild machten, sondern auch, weil er mit Respekt über
König Szent István (Heilig Stephan) gesprochen hat. Es war eine Ehre
zu hören,dass Pustina seit immer eine bedeutende Rolle unter die katolischorientierten
Dörfer spilte. Zur pustinische Pfarre gehörte 14 Dörfer. Pustina hat
sowohl Geschichte geschrieben als auch Zukunft, erklärte der Bischop.
Er hat zugefügt, dass kann nicht anders geschehen, nicht nachdem so
viele Priester wie Priester Peter oder Szilveszter Benke unter die Glorie
von Szent István dienten. (Über Szilveszter Benke hat niemand ein Wort
im 15 Jahren gesagt, obwohl er 19 Jahre im dienst der Kirche stand.
Dank ihn blieb unser Beschützer in der Kirche noch stehen. Im 1990 versprach
er, dass wir ungarische Messen haben werden, doch dieser Tag kam nie.
Szilveszter Benke wurde nach ein paar Tagen von der politischen Polizei
mitgenommen und seitdem spurlos verschwunden.
Ich bin davon überzeugt, dass diese Botschaften von der katholische
Kirche aus Iasi nur leere Versprechungen sind.
Am Altar war nichts über die ungarische Messehaltung erwähnt, doch wer
mit dem Bischop sprach, bekam eine Zurede. Er bewegte uns, weiterhin
zu beten in der Hoffnung, dass am Ende auch ungarische Messen stattfinden
werden. Bis heute beteten wir und das werden wir auch in der Zukunft
tun.
Wer uns helfen will, soll für uns beten. Wir glauben, dass unser Gebet
erhört wird. Wir beten, weil wir sehen, dass Gottes Wort sich erfüllt:
''wer die Wahrheit sucht wird alleine bleiben.''
Im letzten 16 Jahre haben wir viele Demütigungen erlebt im und außer
Dorf, nicht nur von anderen sondern auch von unseren ungarischen Brüdern.
Wir beten, dass die Wörter von Johann Paul II. sich erfüllen: '' habt
ihr kein Angst'' auf offenen Ohren zu treffen unter die einfachen Tschangoleute
und unter die Patronen, Beschützer. Der Szent István Verein hat nicht
nur ein Antrag eingereicht in der Hoffung eine ungarische Messe zu bekommen,
sondern auch ein Geschenk gegeben. Der Antrag wurde mit 96 Familiens
(229 Personen) Unterschrift verstärkt.
Die Vatikan-Mission der
Tschango-Frauen von Pusztina
Auf Grundlage des authentischen Textes,
den Herr Peter Guha der Website des VTUM (Verband der Tschango-Ungarn
in Moldawien) am 17. Oktober 2006 zwecks Überstzung in andere Sprachen
entnommen hat
Seit Mitte des XVII. Jahrhunderts senden
die Tschango-Ungarn ihre Bittschriften nach Rom, und flehen den Heiligen
Vater an, ihnen einen Geistlichen zu gestatten, der die Predigt für
ihr Seelenheil in ihrer ungarischen Muttersprache hält, und bitten ihn
inständig, ihnen zu erlauben, ihre Religion auf Ungarisch ausüben zu
dürfen. Doch auch vor der Gründung Rumäniens (1864) sowie vor des Bistums
Iaºi (1884), wurde ihnen dieser Wunsch lediglich hie und da, und nur
dank der Menschlichkeit einiger Geistlichen erfüllt. Seitdem aber die
Leitung der Moldauer Diözese mit dem rumänischen Staat - im Gegenzug
zur Bewilligung für die Errichtung des Bistums - einen Vertag über die
Rumänisierung der moldauischen Ungarn römisch katholischer Konfession
abgeschlossen hat, ist das ungarische Wort aus den Kirchen gnadenlos
verbannt. Demzufolge spricht zu Beginn des XXI. Jahrhunderts nur etwa
ein Drittel der 250.000 moldauischer Katholiken jenes grösstenteils
noch vor der Sprachreform gesprochenes Idiom des Ungarischen, das an
mittelalterlichen Elementen so reich, und zu welchem ein beträchtlicher
Teil der Tschangos auch heute aufrichtig treu zugetan ist.
Diese demütig beschwörenden Briefe stiessen im Vatikan bis in unsere
Tage hinein auf taube Ohren. Den zu Feinden unseres Volkes gewordenen
moldauischen Priestern ist es nämlich gelungen, die obersten Leiter
der römisch katholischen Kirche zu täuschen, und ihnen glaubhaft zu
machen, dass sie missionarische Arbeit leisten: Sie verbreiten unter
den griechisch-orthodoxen Rumänen die römisch katholische Religion.
In der Tat tun sie aber nichts anderes, als aus den ungarisch sprechenden
römisch Katholiken des Tschangolandes rumänisch sprechende römisch Katholiken
zu machen. Folglich sabotieren sie damit nicht allein jenen Beschluss
des II. Vatikanischen Konzils, der das Predigen in der Muttersprache
verordnet, sondern auch den Aufruf, den Jesus Christus an seine Jüngern
gerichet hat: Geht, und verkündet das Evangelium jedem Volke in seiner
eigenen Sprache!
Immer mehr moldauische Tschango-Ungarn fordern immer lauter die alternative
Möglichkeit, die Religion in ihrer Muttersprache auszuüben, insbesondere
seit die parlamentarische Generalversammlung des Eroparates in ihrem
Dokument Nr. 1521/2001 Rumänien aufs Entschiedenste empfohlen hat, den
Tschangos, als "römisch katholischem Volke ungarischer Herkunft"
die grundlegende Menschenrechte zu gewähren. Beim Unterricht der Muttersprache
sind bereits ermutigende, aber bei weitem nicht ausreichende Erfolge
zu verzeichnen, doch die Religion in der Muttersprache auszuüben, wird
von der Priesterschaft der moldauischen Kirchgemeinde nach wie vor verhindert.
Um unser Anliegen mit Nachdruck unterbreiten zu können, sind drei ungarische
Frauen aus Pusztina - Tinka Nyisztor, Magdalena Tamás und Magdalena
Csobán - am 3. Oktober 2006 mit der Absicht nach Rom gefahren, Papst
Benedikt den XVI. über die Schwierigkeiten bei der muttersprachlichen
Ausübung ihrer Religion zu orientieren, und den Heiligen Stuhl zu bitten,
ihrem Ansuchen zu entsprechen. Sie hatten Erfolg. Das Ergebnis ihrer
Mission fassten sie in 7 Punkten zusammen.
Der Pfarrer von Pusztina hinderte seit 1990 seine
Gläubiger daran, um die muttersprachliche Verlesung der Messe nachzusuchen,
und, dass diesem Ersuchen entsprochen werde. Jenen, die das Gesuch
unterschreiben, hat er gedroht, die Erteilung der Sakramente zu verweigern
und erniedrigte sie ständig. Dennoch gab eine bedeutende Gruppe von
Dorfbewohnern die Hoffnung nicht auf. Immer wieder wendeten sie sich
mit immer neuen Gesuchen an die Diözese von Iaºi.
Im April 2006 teilten sie der Nuntiatur von Bukarest
sowie der Diözese von Iaºi mit, angesichts der ungelösten Situation
beim Heiligen Stuhl persönlich vorsprechen zu wollen. Der Nuntius
von Bukarest unterstützte ihren Entschluss, die Diözese dagegen versuchte
sie von dieser Reise abzuraten.
Ende August 2006 gab der Bischof von Iaºi dem Druck
der Gläubiger nach, hat beide Pfarrer von Pusztina versetzt und durch
zwei Neue ersetzt. Der Eine hat den Gläubigern bereits erlaubt, in
der Kirche aussererhalb der Messezeit ungarisch zu beten und machte
die versönliche Äusserung, die Messe auf Ungarisch halten zu wollen,
sofern der Bischof sein Einverständnis dazu erteilt.
Die drei Tschango-Frauen aus Pusztina sprachen im
Vatikan bei der Bischöflichen Kongregation mit dem Sekretär von Kardinal
Giovanni Battista Rei. Dieser wurde durch Jean-Claude Périset, Nuntius
in Bukarest, bereits vorangehend in sehr korrekter Weise darüber unterrichtet,
welche Probleme die Tschangos bei der Ausübung ihrer Religion haben,
sobald sie von ihrer Muttersprache Gebrauch machen möchten. Er hatte
die Unterlagen zur Orientierung über die Situation in Pusztina übersetzt
und ihm zugesandt. Die Frauen berichteten über den auf sie lastenden
klerikalen Druck. Der Sekretär des Kardinals andererseits bedankte
sich für die Information, aus welcher es klar wurde, dass sie Ungar-,
und keine Tschango-Messe wünschen, wie dies vom Bischof von Iaºi erklärt
wurde. Der Delegation wurde mitgeteilt, dass die Pfarrer in Pusztina
dank ihrer Initiative abgelöst wurden.
Gespräche wurden auch mit dem Sekretariat des Staates
Vatikan (Segretariato di Stato del Vaticano) geführt, genauer mit
Mons. Parolin und seinem Sekretär. Beide haben sich aufgrund der subjektiven
Ansichten des Bischofs von Iaºi informiert. Seitens des Vatikans wurde
während den Verhandlungen die Frage gestellt, weshalb die Messe auf
Ungarisch gelesen werden soll, wenn alle rumänisch können? Der Hinweis
der Delegationsmitglieder, dass dahinter auch politische Absicht stecken
könnte, hat die Vertreter des Vatikans sichtlich erfreut. Sie wurden
nämlich dahingehend orientiert, dass die Tschangos die Messe auf Ungarisch
auf Druck vom Staat Ungarn verlangen. Die Delegationsmitglieder haben
jedoch aufs Ehrlichste klargestellt, dass die Tschangos lediglich
um ihre Rechte nachsuchen, die Politik nicht bei ihnen, sondern bei
der Dözese von Iaºi und dem rumänischen Staat zu suchen sei.
Das Sekretariat des Vatikans war masslos überrascht,
als die Tschango-Frauen unter sich immer wieder ungarisch gesprochen
haben. Vom Bischof von Iaºi wurden sie nämlich so informiert, dass
in Moldawien alle Katholiken rumänisch sprechen.
Tinka Nyisztor, Vorsitzende des St. Stephan Vereins
von Pusztina, erachtet ihre Mission als erfolgreich, wurden sie doch
ernsthaft ermutigt, ihr Problem einer Lösung zuzuführen. Schliesslich
wurde ihnen von beiden Stellen Unterstützung zugesagt. Die Tschangos
haben ihren Verhandlungspartnern mitgeteilt, sie würden auch weiterhin
anklopfen und auch von den Möglichkeiten Gebrauch machen, die ihnen
die Europäische Union bietet. Sollte die katholische Kirche keine
Lösung finden, damit sie ihre Religion in ihrer Muttersprache ausüben
können, werden sie sich ab 2007 auch an Brüssel wenden.
Anträge für den örtlichen
Gottesdienst in ungarischer Sprache (1991-2000)
Die zusammenhaltende Kraft der Tschango-Ungarn
von Moldavien ist ihre römisch-katholische Religion. Im Laufe ihrer
Geschichte baten die Tschangos ihre kirchlichen Prälaten stets um Priester,
die die ungarische Sprache beherrschen. Bedauerlicherweise fand ihre
Bitte kein Gehör, und meistens kamen italienische, polnische und kroatische
Geistliche ins Land, für die es einfacher war, rumänisch zu lernen.
Eines der Ziele des Vatikans war es, möglichst viele orthodoxe Rumänen
für den römischen Katholizismus überzugewinnen. Moldavien wurde daher
oft als ein Gebiet für Missionare betrachtet, und erlebte mehr als einen
Wechsel der kirchlichen Oberhochheit. Trotz dem Einfluss von hussitischen
und reformierten Predigern hielten die Katholiken von Moldavien jedoch
an ihrer Glaube fest.
Im Jahre 1884 wurde in Moldavien ein eigenständiges römisch-katholisches
Bistum gegründet, diese Entwicklung konnte aber die Lage der Tschangos
nicht verbessern. Das Bistum und das dazugehörige theologische Seminar
in Jászvásár (Iaºi) wurden in den Dienst der rumänischen Nationalinteressen
gestellt. Auch tschangostämmige Geistliche haben die sprachliche Einheit
der Diözese befürwortet, und der Bischof hat in einem Erlass Rumänisch
als die einzig zulässliche Sprache der Liturgie verordnet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen in Rumänien die Kommunisten zur Macht.
Sie führten eine atheistische Gesellschaftsordnung ein, der Staat hinderte
aber die Diözese nicht in ihrer Funktionen. Zu dieser Zeit wurden in
Tschangogemeinden imposante neue Kirchen gebaut: die Bauarbeiten waren
Teil des Bischofs Anstrengungen für die sprachliche Assimilation der
Tschango-Ungarn.
Seit der osteuropäischen Wende von 1989 haben einige Gemeinden Anträge
für ungarisch-sprachige Priester bzw Gottesdiest gestellt.
Gemeinde
Jahr
Anträge
Anmerkung
Pusztina
1991
200
-
Lészped
1993-94
150
-
Klézse
1996
33
-
Klézse
1997
40
Weitere Anträge im Anschluss am vorigen Jahr
Pusztina
1998
180
-
Pusztina
2000
234
-
Es ist sehr enttäuschend, dass diese Bitten weiterhin
regelmässig zurückgewiesen werden. Zudem ist es auch schon mancherorts
vorgekommen, dass kirchliche Würdenträger damit gedroht haben, in Gemeinden,
wo solche Anträge verfasst werden, überhaupt keine Seelsorge mehr zu
leisten.
Vertreter der Tschangos haben sich mehrmals mit dem Bischof in Iaºi
getroffen, sowohl mit dem päpstlichem Gesandten in Bucureºti. Bisher
haben unsere Ersuche keinen Erfolg gebracht, und die ablehnende Haltung
der Geistlichen hat sogar Spannungen binnen ungarischer Gemeinden verursacht.
Seit 1990 kommen zeitweise ungarische Priester aus Siebenbürgen, um
an christlichen Feiertagen, in Privathäusern oder Höfen einen Gottesdienst
zu halten. Jedoch örtliche Geistliche verstehen dass als eine Herausvorderung
ihrer Stellung in der Gemeinde und revanchieren sich üblicherweise durch
ausfallartige Verbalattacken gegen jede Benutzung der ungarischen Sprache.
Die Anträge und Petitionen der Tschangos haben auch den Papst in Rom
erreicht, aber bisher wurde die ungarische Sprache noch in keiner einzigen
Kirche in Moldavien zugelassen. Es scheint als wäre es für die kirchlichen
Oberhäuptern wichtiger, die Uniformität des römisch-katolischen Bistums
zu fördern, als das kulturelle Identitätsbewusstsein einer ethnischen
Minderheit zu bewahren.