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Übersetzt von

Gerencsér Ádám, Zoltán Császár, Andrea Dee, Helga Fehér, Edit Kovács, István Neumann (Ungarn) mit Hilfe von Valkó Péter (Schweiz)

 

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Wir wünschen ungarische Messen vom Bischop

 

Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.
(Mättheus XVIII, 20)


Der Bischop von Iasi war im Pustina. Wir erwarteten ihn schon, weil es uns versprochen wurde, dass er mit einer Lösung aufkommen wird. Ich hätte schreiben wollen, dass er endlich der langersehnte Lösung aussagt, aber nein, das geschah nicht so. Anstatt sagte er, dass man auch auf anderen Sprache der Rosenkranz im Gotteshaus sagen darf.
Nachdem er gegangen ist, jeder sprach nur darüber. Der Bischop sagte:''man darf der Leser auf ungarisch sagen.'' Die Leute können doch auch hinter die Zeilen lesen.
Ich könnte auch schreiben, dass er kam, ging und alles blieb wie vorher. Aber das kann ich nicht, weil das nicht so geschah. Ich erinnere mich, damals, im 1996 als er zuletzt bei uns zur Firmung war, verabschiedete sich so:'' Gott lebt und hört unser Gebet nur in der Kirche und nicht hier und da in Höfer anderer. Darum muss man für die Messe hierher kommen und nicht irgindwohin.''Die Leute kamen zu mir warnend ob ich es gehört hätte und ob es tatsächlich eine Sünde wäre in dem Hof die Messe zu halten.
Trotz allem, hörten wir auf Gots Wort und setzten die Messen auf ungarisch fort.
Zum ersten Mal fand in der Hof meiner Eltern statt. Später da mein Mutter sich erkrankte wünschten wir, dass jemand anderer sich freiwillig erklärt sein Hof für die Messehaltung anzubieten. Leider waren nicht so viele Kandidaten, aber auch der Bishop wollte nirgindwohin gehen. Es sah so aus als ob er sich da in Sicherheit fühlte.
Im Vergleich mit forrigen Besuchen dieses Mal war Alles anders. Obwohl er nicht das magische Wort aussagte:''ungarische Messe'', fühlte man sein Offenheit, sein Näherung was für uns Neu war. Wir waren nicht nur darum glücklich, weil er unser Landestracht gelobt hat und zusammen beim Altar ein Bild machten, sondern auch, weil er mit Respekt über König Szent István (Heilig Stephan) gesprochen hat. Es war eine Ehre zu hören,dass Pustina seit immer eine bedeutende Rolle unter die katolischorientierten Dörfer spilte. Zur pustinische Pfarre gehörte 14 Dörfer. Pustina hat sowohl Geschichte geschrieben als auch Zukunft, erklärte der Bischop. Er hat zugefügt, dass kann nicht anders geschehen, nicht nachdem so viele Priester wie Priester Peter oder Szilveszter Benke unter die Glorie von Szent István dienten. (Über Szilveszter Benke hat niemand ein Wort im 15 Jahren gesagt, obwohl er 19 Jahre im dienst der Kirche stand. Dank ihn blieb unser Beschützer in der Kirche noch stehen. Im 1990 versprach er, dass wir ungarische Messen haben werden, doch dieser Tag kam nie. Szilveszter Benke wurde nach ein paar Tagen von der politischen Polizei mitgenommen und seitdem spurlos verschwunden.
Ich bin davon überzeugt, dass diese Botschaften von der katholische Kirche aus Iasi nur leere Versprechungen sind.
Am Altar war nichts über die ungarische Messehaltung erwähnt, doch wer mit dem Bischop sprach, bekam eine Zurede. Er bewegte uns, weiterhin zu beten in der Hoffnung, dass am Ende auch ungarische Messen stattfinden werden. Bis heute beteten wir und das werden wir auch in der Zukunft tun.
Wer uns helfen will, soll für uns beten. Wir glauben, dass unser Gebet erhört wird. Wir beten, weil wir sehen, dass Gottes Wort sich erfüllt: ''wer die Wahrheit sucht wird alleine bleiben.''
Im letzten 16 Jahre haben wir viele Demütigungen erlebt im und außer Dorf, nicht nur von anderen sondern auch von unseren ungarischen Brüdern.
Wir beten, dass die Wörter von Johann Paul II. sich erfüllen: '' habt ihr kein Angst'' auf offenen Ohren zu treffen unter die einfachen Tschangoleute und unter die Patronen, Beschützer. Der Szent István Verein hat nicht nur ein Antrag eingereicht in der Hoffung eine ungarische Messe zu bekommen, sondern auch ein Geschenk gegeben. Der Antrag wurde mit 96 Familiens (229 Personen) Unterschrift verstärkt.

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Die Vatikan-Mission der Tschango-Frauen von Pusztina

 

Auf Grundlage des authentischen Textes, den Herr Peter Guha der Website des VTUM (Verband der Tschango-Ungarn in Moldawien) am 17. Oktober 2006 zwecks Überstzung in andere Sprachen entnommen hat

 

Seit Mitte des XVII. Jahrhunderts senden die Tschango-Ungarn ihre Bittschriften nach Rom, und flehen den Heiligen Vater an, ihnen einen Geistlichen zu gestatten, der die Predigt für ihr Seelenheil in ihrer ungarischen Muttersprache hält, und bitten ihn inständig, ihnen zu erlauben, ihre Religion auf Ungarisch ausüben zu dürfen. Doch auch vor der Gründung Rumäniens (1864) sowie vor des Bistums Iaºi (1884), wurde ihnen dieser Wunsch lediglich hie und da, und nur dank der Menschlichkeit einiger Geistlichen erfüllt. Seitdem aber die Leitung der Moldauer Diözese mit dem rumänischen Staat - im Gegenzug zur Bewilligung für die Errichtung des Bistums - einen Vertag über die Rumänisierung der moldauischen Ungarn römisch katholischer Konfession abgeschlossen hat, ist das ungarische Wort aus den Kirchen gnadenlos verbannt. Demzufolge spricht zu Beginn des XXI. Jahrhunderts nur etwa ein Drittel der 250.000 moldauischer Katholiken jenes grösstenteils noch vor der Sprachreform gesprochenes Idiom des Ungarischen, das an mittelalterlichen Elementen so reich, und zu welchem ein beträchtlicher Teil der Tschangos auch heute aufrichtig treu zugetan ist.
Diese demütig beschwörenden Briefe stiessen im Vatikan bis in unsere Tage hinein auf taube Ohren. Den zu Feinden unseres Volkes gewordenen moldauischen Priestern ist es nämlich gelungen, die obersten Leiter der römisch katholischen Kirche zu täuschen, und ihnen glaubhaft zu machen, dass sie missionarische Arbeit leisten: Sie verbreiten unter den griechisch-orthodoxen Rumänen die römisch katholische Religion. In der Tat tun sie aber nichts anderes, als aus den ungarisch sprechenden römisch Katholiken des Tschangolandes rumänisch sprechende römisch Katholiken zu machen. Folglich sabotieren sie damit nicht allein jenen Beschluss des II. Vatikanischen Konzils, der das Predigen in der Muttersprache verordnet, sondern auch den Aufruf, den Jesus Christus an seine Jüngern gerichet hat: Geht, und verkündet das Evangelium jedem Volke in seiner eigenen Sprache!
Immer mehr moldauische Tschango-Ungarn fordern immer lauter die alternative Möglichkeit, die Religion in ihrer Muttersprache auszuüben, insbesondere seit die parlamentarische Generalversammlung des Eroparates in ihrem Dokument Nr. 1521/2001 Rumänien aufs Entschiedenste empfohlen hat, den Tschangos, als "römisch katholischem Volke ungarischer Herkunft" die grundlegende Menschenrechte zu gewähren. Beim Unterricht der Muttersprache sind bereits ermutigende, aber bei weitem nicht ausreichende Erfolge zu verzeichnen, doch die Religion in der Muttersprache auszuüben, wird von der Priesterschaft der moldauischen Kirchgemeinde nach wie vor verhindert.
Um unser Anliegen mit Nachdruck unterbreiten zu können, sind drei ungarische Frauen aus Pusztina - Tinka Nyisztor, Magdalena Tamás und Magdalena Csobán - am 3. Oktober 2006 mit der Absicht nach Rom gefahren, Papst Benedikt den XVI. über die Schwierigkeiten bei der muttersprachlichen Ausübung ihrer Religion zu orientieren, und den Heiligen Stuhl zu bitten, ihrem Ansuchen zu entsprechen. Sie hatten Erfolg. Das Ergebnis ihrer Mission fassten sie in 7 Punkten zusammen.

  • Der Pfarrer von Pusztina hinderte seit 1990 seine Gläubiger daran, um die muttersprachliche Verlesung der Messe nachzusuchen, und, dass diesem Ersuchen entsprochen werde. Jenen, die das Gesuch unterschreiben, hat er gedroht, die Erteilung der Sakramente zu verweigern und erniedrigte sie ständig. Dennoch gab eine bedeutende Gruppe von Dorfbewohnern die Hoffnung nicht auf. Immer wieder wendeten sie sich mit immer neuen Gesuchen an die Diözese von Iaºi.
  • Im April 2006 teilten sie der Nuntiatur von Bukarest sowie der Diözese von Iaºi mit, angesichts der ungelösten Situation beim Heiligen Stuhl persönlich vorsprechen zu wollen. Der Nuntius von Bukarest unterstützte ihren Entschluss, die Diözese dagegen versuchte sie von dieser Reise abzuraten.
  • Ende August 2006 gab der Bischof von Iaºi dem Druck der Gläubiger nach, hat beide Pfarrer von Pusztina versetzt und durch zwei Neue ersetzt. Der Eine hat den Gläubigern bereits erlaubt, in der Kirche aussererhalb der Messezeit ungarisch zu beten und machte die versönliche Äusserung, die Messe auf Ungarisch halten zu wollen, sofern der Bischof sein Einverständnis dazu erteilt.
  • Die drei Tschango-Frauen aus Pusztina sprachen im Vatikan bei der Bischöflichen Kongregation mit dem Sekretär von Kardinal Giovanni Battista Rei. Dieser wurde durch Jean-Claude Périset, Nuntius in Bukarest, bereits vorangehend in sehr korrekter Weise darüber unterrichtet, welche Probleme die Tschangos bei der Ausübung ihrer Religion haben, sobald sie von ihrer Muttersprache Gebrauch machen möchten. Er hatte die Unterlagen zur Orientierung über die Situation in Pusztina übersetzt und ihm zugesandt. Die Frauen berichteten über den auf sie lastenden klerikalen Druck. Der Sekretär des Kardinals andererseits bedankte sich für die Information, aus welcher es klar wurde, dass sie Ungar-, und keine Tschango-Messe wünschen, wie dies vom Bischof von Iaºi erklärt wurde. Der Delegation wurde mitgeteilt, dass die Pfarrer in Pusztina dank ihrer Initiative abgelöst wurden.
  • Gespräche wurden auch mit dem Sekretariat des Staates Vatikan (Segretariato di Stato del Vaticano) geführt, genauer mit Mons. Parolin und seinem Sekretär. Beide haben sich aufgrund der subjektiven Ansichten des Bischofs von Iaºi informiert. Seitens des Vatikans wurde während den Verhandlungen die Frage gestellt, weshalb die Messe auf Ungarisch gelesen werden soll, wenn alle rumänisch können? Der Hinweis der Delegationsmitglieder, dass dahinter auch politische Absicht stecken könnte, hat die Vertreter des Vatikans sichtlich erfreut. Sie wurden nämlich dahingehend orientiert, dass die Tschangos die Messe auf Ungarisch auf Druck vom Staat Ungarn verlangen. Die Delegationsmitglieder haben jedoch aufs Ehrlichste klargestellt, dass die Tschangos lediglich um ihre Rechte nachsuchen, die Politik nicht bei ihnen, sondern bei der Dözese von Iaºi und dem rumänischen Staat zu suchen sei.
  • Das Sekretariat des Vatikans war masslos überrascht, als die Tschango-Frauen unter sich immer wieder ungarisch gesprochen haben. Vom Bischof von Iaºi wurden sie nämlich so informiert, dass in Moldawien alle Katholiken rumänisch sprechen.
  • Tinka Nyisztor, Vorsitzende des St. Stephan Vereins von Pusztina, erachtet ihre Mission als erfolgreich, wurden sie doch ernsthaft ermutigt, ihr Problem einer Lösung zuzuführen. Schliesslich wurde ihnen von beiden Stellen Unterstützung zugesagt. Die Tschangos haben ihren Verhandlungspartnern mitgeteilt, sie würden auch weiterhin anklopfen und auch von den Möglichkeiten Gebrauch machen, die ihnen die Europäische Union bietet. Sollte die katholische Kirche keine Lösung finden, damit sie ihre Religion in ihrer Muttersprache ausüben können, werden sie sich ab 2007 auch an Brüssel wenden.

 


Anträge für den örtlichen Gottesdienst in ungarischer Sprache (1991-2000)

 

Die zusammenhaltende Kraft der Tschango-Ungarn von Moldavien ist ihre römisch-katholische Religion. Im Laufe ihrer Geschichte baten die Tschangos ihre kirchlichen Prälaten stets um Priester, die die ungarische Sprache beherrschen. Bedauerlicherweise fand ihre Bitte kein Gehör, und meistens kamen italienische, polnische und kroatische Geistliche ins Land, für die es einfacher war, rumänisch zu lernen. Eines der Ziele des Vatikans war es, möglichst viele orthodoxe Rumänen für den römischen Katholizismus überzugewinnen. Moldavien wurde daher oft als ein Gebiet für Missionare betrachtet, und erlebte mehr als einen Wechsel der kirchlichen Oberhochheit. Trotz dem Einfluss von hussitischen und reformierten Predigern hielten die Katholiken von Moldavien jedoch an ihrer Glaube fest.
Im Jahre 1884 wurde in Moldavien ein eigenständiges römisch-katholisches Bistum gegründet, diese Entwicklung konnte aber die Lage der Tschangos nicht verbessern. Das Bistum und das dazugehörige theologische Seminar in Jászvásár (Iaºi) wurden in den Dienst der rumänischen Nationalinteressen gestellt. Auch tschangostämmige Geistliche haben die sprachliche Einheit der Diözese befürwortet, und der Bischof hat in einem Erlass Rumänisch als die einzig zulässliche Sprache der Liturgie verordnet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen in Rumänien die Kommunisten zur Macht. Sie führten eine atheistische Gesellschaftsordnung ein, der Staat hinderte aber die Diözese nicht in ihrer Funktionen. Zu dieser Zeit wurden in Tschangogemeinden imposante neue Kirchen gebaut: die Bauarbeiten waren Teil des Bischofs Anstrengungen für die sprachliche Assimilation der Tschango-Ungarn.
Seit der osteuropäischen Wende von 1989 haben einige Gemeinden Anträge für ungarisch-sprachige Priester bzw Gottesdiest gestellt.


Gemeinde
Jahr
Anträge
Anmerkung
Pusztina 1991 200 -
Lészped 1993-94 150 -
Klézse 1996 33 -
Klézse 1997 40 Weitere Anträge im Anschluss am vorigen Jahr
Pusztina 1998 180 -
Pusztina 2000 234 -

 

Es ist sehr enttäuschend, dass diese Bitten weiterhin regelmässig zurückgewiesen werden. Zudem ist es auch schon mancherorts vorgekommen, dass kirchliche Würdenträger damit gedroht haben, in Gemeinden, wo solche Anträge verfasst werden, überhaupt keine Seelsorge mehr zu leisten.
Vertreter der Tschangos haben sich mehrmals mit dem Bischof in Iaºi getroffen, sowohl mit dem päpstlichem Gesandten in Bucureºti. Bisher haben unsere Ersuche keinen Erfolg gebracht, und die ablehnende Haltung der Geistlichen hat sogar Spannungen binnen ungarischer Gemeinden verursacht.
Seit 1990 kommen zeitweise ungarische Priester aus Siebenbürgen, um an christlichen Feiertagen, in Privathäusern oder Höfen einen Gottesdienst zu halten. Jedoch örtliche Geistliche verstehen dass als eine Herausvorderung ihrer Stellung in der Gemeinde und revanchieren sich üblicherweise durch ausfallartige Verbalattacken gegen jede Benutzung der ungarischen Sprache.
Die Anträge und Petitionen der Tschangos haben auch den Papst in Rom erreicht, aber bisher wurde die ungarische Sprache noch in keiner einzigen Kirche in Moldavien zugelassen. Es scheint als wäre es für die kirchlichen Oberhäuptern wichtiger, die Uniformität des römisch-katolischen Bistums zu fördern, als das kulturelle Identitätsbewusstsein einer ethnischen Minderheit zu bewahren.


 

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